Nachhaltigkeit - Stadtentwicklung der nächsten Generation

Eine nachhaltige Stadtentwicklung verfolgt das Ziel, die Interessen sowie Bedürfnisse aller Einwohner:innen zu berücksichtigen während dem gleichzeitig verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Bei unserem elften HINTEHROF TALK „Nachhaltigkeit – Stadtentwicklung der nächsten Generation“ teilten die Gäste ein gemeinsames Verständnis des sehr umfangreichen Begriffes der Nachhaltigkeit und besprachen Voraussetzungen für Lösungsansätze.

HINTERHOF TALK - Nachhaltigkeit

 

„Wir müssen umdenken! Im Zentrum der Überlegungen darf nicht mehr weiterhin nur die Ökonomie stehen, sondern der Planet,“ so eine Teilnehmerin. Die Ökonomie muss immer im Tandem mit der Nachhaltigkeit und der Digitalisierung stehen. Um dies zu schaffen, müssen Silos aufgebrochen werden, denn „aktuell denken Bürgermeister nur für sich und ihre Stadt, statt stadtübergreifend“, sind sich alle Gesprächsteilnehmer einig. 

Unter anderem durch die aktuellen und geschehenen Veränderungen wie „New Work“, unser Thema des vorherigen Hinterhof Talk, wird sich die Stadtstruktur maßgeblich verändern. Dies stellt eine immense Chance für eine grünere Stadtentwicklung dar. Die Pandemie war ein Startschuss der deutschen Digitalisierungswelle. Menschen bleiben vermehrt im heimischen Büro, was die riesigen Büroräume in der Stadt partiell leer stehen lässt. Shoppingtouren finden zunehmend online statt. „Was machen wir z.B. mit den Kaufhäusern, wenn diese überflüssig werden?“ fragen sich die Teilnehmer. Es entsteht eine tolle Gesprächsdynamik, welche eine neue Stadtverteilung in all unseren Köpfen visualisieren lässt. Es ist die Idee von Begegnungsinseln, wie man sie aus italienischen Großstädten kennt. Die Stadt sollte mehr und mehr Treffpunkt für Menschlichkeit sein, statt aus Parkplätzen bestehen.

HINTERHOF TALK - Nachhaltigkeit

 

Außerdem wiesen die Teilnehmer in der Diskussion darauf hin, dass beim Thema Nachhaltigkeit noch eine große Kluft zwischen Erkenntnis und Umsetzung liegt. Um die Menschen zur proaktiven statt reaktiven Umsetzung von Nachhaltigkeit zu bewegen, braucht es Anreizsysteme sowie Beispiele, Modellprojekte und kleine Erlebnisse für die Bürger, um die Nachhaltigkeit zu verankern. Außerdem können wir nicht am weißen Brett entscheiden, wohin die Stadtentwicklung gehen soll! Es muss mit den Beteiligten gesprochen werden, wie beispielshaft am neuen Universitätsprojekt unseres Werkstudenten der ISM für die DB AG verdeutlicht wird. 

Neben (möglichen) Best Practices zur Etablierung von Nachhaltigkeit wurde aber auch kritisch über den Umgang mit Nachhaltigkeit gesprochen. So tauschten sich die Teilnehmer über Greenwashing und die tatsächliche Wirksamkeit von Maßnahmen aus Politik und Wirtschaft in Bezug auf Nachhaltigkeit aus.

Jedoch zeigte sich auch an den Diskussionen im Anschluss an die Gesprächsrunde, dass das Problem der nachhaltigen Stadtentwicklung nicht in ad-hoc gelöst werden kann. Es braucht dringend ein Zusammenspiel von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgern, um den Planeten ins Zentrum des zukünftigen Handelns zu bekommen, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit zu verlieren. Damit haben unsere Teilnehmer in ihren Gesprächen begonnen und bereits Folgegespräche vereinbart, um die wertvollen gewonnenen Gedanken nicht aus dem Auge zu verlieren.

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Wir bedanken uns bei Franziska Mascheck (MdB SPD, Mitglied im Bauausschuss und im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung), Philipp Janssen (Geschäftsführender Gesellschafter Townscape Group), Katrin Redman (Global Lead Innovation Portfolio Scale, University Alliances, SAP SE), Erwin Eisenhardt (Koordinator des Arbeitskreises Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN)) und Brigitte Spieß (Professorin für Marketing und Nachhaltigkeitsmanagement, Studiengangsleiterin MA „Sustainability & Business Transformation an der International School of Management (ISM Berlin)) für die umfangreiche Gesprächsrunde mit interessanten Erfolgsgeschichten und Handlungsempfehlungen rund um das Thema Nachhaltigkeit.